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| Sehr geehrte Gäste, Ungewöhnliche Plätze haben ungewöhnliche Geschichten, so ist es auch in diesem Fall. Es fing alles an einem fatalen regnerischen Februar an. Wir saßen gemütlich in der Küche unsere Land WG in Niederbayern. Wir hatten gerade einer unserer berühmt berüchtigten 3 Tages Faschingsfeten hinter uns gebracht (es war etwa eine Woche her): die zehn verbliebenen Gäste (die eine vorschnelle Abreise seelisch nicht überstanden hätten) und wir saßen rum. Selbst das gute Selbstangebaute vermochte die Sonne nicht hervorzulocken. Die letzten drei Monate hatten wir keinen Sonnentag gehabt: Plötzlich die rettende Idee: Urlaub in der Sonne. Gesagt getan, ich gleich ans Telefon, Last-minute Flüge abgecheckt, Jamaika im Angebot, klar auf nach Jamaika. Ein langer Flug endlich kommen wir in Montego Bay an. Ich als alter Reisender, denk da mußt du bestimmt handeln. Wie gewohnt mit Händen und Füßen verhandelt, 30 US nach Negril alles klar, ich sag zum Taxifahrer er soll schnell warten ich hol noch zwei die mitkommen. Als ich mit zwei Amis im Schlepp wiederkomme ist er verschwunden. Ein Anderer übernimmt die Fahrt. Die Fahrt durch die Dörfer, Städtchen und die Landschaften, begeistern uns. Das der Fahrer uns am Schluß 30 US pro Person abnimmt begeistert uns weniger. Nach Zwei Tagen Negril waren wir überzeugt, das kann nicht das wahre Jamaika sein. Ein verständnisvoller Rasta erzählte uns, er wüßte einen Platz an der Südküste mit Wasserfall und kleinen Hütten am Meer. Die Fahrt nach Sav-La-Mar war kurz (Der Taxifahrer wollte glaube ich einen neuen Geschwindigkeitsrekord brechen). Das Etablismente sah verdächtig aus. Der freundliche Rasta sagte: Good people Die vorsichtige Frage wo den der Strand sei? (Nach dem Wasserfall fragte ich erst garnicht im Anbetracht der Tatsache, dass sich die höchste Erhöhung in Sav-La-Mar ca. 50 cm über dem Meeresspiegel befindet). Beantwortete er mit einem vertrauenerweckenden „ down the Road". Im Ghetto zu wohnen ist eine Sache, in einer Stundenhütte zu wohnen eine Andere. Jedesmal wenn eine Tür ging hörte es sich an, als wäre es die Eigene. Es war keine Piepshow es war Hörshow. Am nächsten Morgen wache ich auf, gepeinigt von dem Gedanken ein zartes Geschöpf (Sie war nur einmal in Ihrem Leben vereist, 14 Tage in Südfrankreich) so in die Unterwelt katapultiert zu haben. Ich erklärte mich also bereit die zwei Tage die wir im voraus bezahlt hatten zu übernehmen. Die Besitzerin hatte uns erklärt, dass Sie nur für mindestens eine Woche vermietet. Nur durch langes Verhandeln konnten wir sie auf 2 Tage drücken (und das in einem Stundenhotel).Erstaunlicherweise bestand meine Begleiterin darauf die schon bezahlte Nacht noch dort zu verbringen. Um den Tag auszunutzen beschlossen wir an den Strand zu gehen. Als der sich auch als Nichts raustellte, nahmen wir einen Bus, um auf eigene Faust die Südküste zu erkunden. Durch die Schönheit der Gegend angetan stiegen wir in Bluefields aus. An einem kleinen Strand badeten wir, ein kleines Haus im Kolonialstiel das sich direkt am Strand befand erregte mein Interesse. Meine Begleiterin, etwas mißtrauisch gegenüber meines Talents im Zimmeraquerieren geworden und in Anbetracht der Tatsache das wir auch hier nur Einheimische gesehen hatten, willigte nur zögernd ein. Ich könne ja mal fragen. Am nächsten Tag bezogen wir unser Quartier. Sehr schnell befreundeten wir uns mit unseren Nachbarn an ‚ sie kochten für uns und umsorgten uns so gut, dass die Tage anfingen wie im Fluge zu vergehen. Drei Wochen waren schnell vergangen. Der Tag der Abreise meiner Begleiterin war da. Sie schlug die Augen auf und sagte nur, ich kann nicht gehen. So verlängerte sie, bei mir war es schon klar, dass ich verlängere. Langsam aber sicher wuchs die Überzeugung in mir, hier willst du nicht mehr weg, kein Land auf meinen vielen Reisen hatte es mir vorher so angetan. Eines Morgens auf dem Weg nach Sav-La-Mar sitze ich im Bus neben einer alten Dame. Wir kommen ins Gespräch Sie fragt mich was ich hier tue. Ich erzähle ihr, dass ich auf Urlaub bin aber mit dem Gedanken spiele, mir ein Stück Land oder ein Haus zu kaufen. (Mit dem Hintergedanke so eine alte Dame weiß vielleicht was). Sie wußte was, ob ich Interesse hätte an der Farm mit Plantagenhaus. Ich erkundigte mich wo es denn sei? in Bluefields. Meinem Interesse konnte sie gewiss sein. Meine mit klopfendem Herzen vorgetragene Frage was es denn so kosten solle schlug in Entsetzen um, als sie ganz cool sagte 1 Millionen US. Plötzlich waren auch meine 6 Wochen schnell vergangen. Wie im Trance gelangte ich zum Flughafen. Als das Flugzeug abhob bereute ich es schon bitter, dass ich nicht noch mehr verlängert hatte. Neben mir saß ein junges Pärchen wir fingen an uns zu unterhalten. Ihre verdutzten Gesichter konnten sie nicht verbergen, als ich anfing zu schwärmen. Dann erzählten sie von Ihren Erlebnissen in Qcho Rios, kein Tag verging, ohne dass Ihr Begleiter nicht am Hotelausgang gewartet hätte. Sie hatten in 2 Wochen soviel Geld ausgegeben wie ich in 6. Ihr Schwur nie wieder Jamaica. Mein Schwur immer wieder Jamaica. Meine Idee war ein kleines Häuschen mit ein paar Gästezimmern ‚ im Winter da wohnen und vermieten im Sommer in Deutschland arbeiten. In dem darauf folgendem Jahr blieb ich schon 4 Monate und sah mich schon intensiver nach was um. Fündig wurde ich in Belmont ein Grundstück für 20 Tausend US mit schönem Blick. Wieder in Deutschland konnte ich mich mit einem Teil Jamaikas trösten, ich hatte Rosie mitgenommen. Sie begleitete mich wenn ich arbeiten fuhr. Ich verkaufte zu der Zeit Landkarten an Schulen in Norwegen Schweden und in der Schweiz wo sie das erstemal Schnee, auf einen Gletscher sah. Am 5 August 1990 wurden wir von unserem Niederbayrischen Dorfbürgermeister getraut.Wenn das nicht mal wieder ein Anlaß für ein berühmt berüchtigtes 3 Tages Fest war, was dann. Das Wetter war wie auf Jamaica ein Schaf und ein Spanferkel am Grill und jede Mengc des guten Andorffer Doppel-Bock sorgten für gute Stimmung und wütende Nachbarn. Als ich jedoch im darauf folgendem Jahr mit dem Geld angereist kam am das Grundstück zu kaufen war es gerade verkauft worden. So fing ich wieder von vorne an erst in der näheren Umgebung dann als kein befriedigendes Ergebnis sich einstellen wollte, fing ich an auf der Ganzen Insel zu suchen. Es zog mich jedoch immer wieder nach Bluefields zurück. Einen 20 Jahre alten VW Bus hatte ich mir zugelegt, der mittlerweile 30 Jahre ist und manchmal funktioniert. Mit diesem hatte ich mir gerade einmal wieder einen Strafzettel geholt wegen schief am Randstein geparkt. So ein schweres Vergehen kann natürlich nicht ohne ein Gerichtstermin behandelt werden. Ein pünktliches Erscheinen um 10 Uhr wurde mir von dem Polizisten sehr empfohlen. Das Gericht war von Menschentrauben umstellt, etwas überrascht über das öffentliche Interesse an meinem Strafzettel boxte ich mich bis ins Gerichtzimmer vor, wo ich gerade noch einen Sitzplatz bekam. Der Gerichtsdiener kam herein mit einer Schublade voller Vorladungen. Aha denke ich mir Die Sünder des ganzen Jahres werden hier zusammen aufbewahrt. Der erste Fall wird aufgerufen es geht um den Diebstahl eines Kassetten-Recorders angeklagt sind der Dieb und der Hehler. Der Richter fragt den Hehler: Wieviel hast du bezahlt? Die Antwort lautete: Euer Hochwürden zu dem Zeitpunkt war ich leider gerade blank, deshalb habe ich dem Dieb 5 Pfund Ganja statt dessen gegeben. Der Dieb bekam ein Jahr der Hehler 6 Monate aufgebrummt. Das Zahlungsmittel wurde weder erwähnt, noch wurde es bei der Strafbemessung irgendwie berücksichtigt. Vier Stunden und ungefähr 50 solcher oder ähnlicher Verhandlungen später, wurde uns mitgeteilt nun sei Mittagspause. Es dämmerte mir langsam, dass die vielen Anwesenden doch nicht wegen meines Strafzettels, und die vielen Vorladungen doch nicht für das ganze Jahr sondern ganz und alleine für den heutigen Tag bestimmt waren. In der Mittagspause lernte ich den einzigen anderen Weißen im Raum kennen, ein etwas älterer Herr mit einem Zopf. Er stellte sich als William Feilding vor, genannt Willy. Er erzählte mir lustige Geschichten von seinen Freunden, (Mick Jagger, Dali, Princess Magereth, Jaquelin Bisset, David Nivan u.s.w.). Ich war mir zwar nicht ganz im Klaren ob ich es mit einem Hochstapler zu tun hatte, interessanter als die Strafzettel die jetzt behandelt wurden war es allemal. Durch das angeregte Gespräch verpaßten wir unsere Namen als sie aufgerufen wurden, wir mußten also bis zum Schluß bleiben und uns wurde mitgeteilt, dass wir nochmal Glück hätten, dass wir nicht zwei Wochen in Beugehaft müssen. Es wurde dann gnädigerweise ein neuer Termin vereinbart, und uns eingeschärft nur ja pünktlich um 10 dazusein. Es stellte sich heraus, dass Willi gerade ein altes Great House in Bluefields gekauft hatte, er lud mich ein ihn zu besuchen was ich auch wenig später tat. Jetzt, 8 Jahre und ziemlich vielen Promis spätem besuche ich ihn immer noch und weiß, dass er kein Hochstapler ist, sondern einer meiner besten Freunde. Eines Tages saßen wir mal wieder auf seiner Terasse und unterhielten uns, als Willy mich fragte ob ich mir das alte Plantagenhaus schon angeschaut hätte was ein Hügel weiter hinter seinem Haus liegt. Ich hatte es einmal gesucht und nicht gefunden. Ich nahm mir vor es nochmals zu versuchen. Ein paar Tage startete ich einen erneuten Versuch es zu finden. Völlig verschwitzt fand ich es schließlich. Ich ging die Einfahrt entlang und sagte zu mir selber entweder du kaufst dieses Haus, oder keins. Die Bewohner (Fledermäuse, Ziegen und Termiten) hatten anscheinend nichts gegen mein Eindringen einzuwenden. Ich machte ich mich daran die Schäden zu begutachten. Das Dach war komplett kaputt der mittlere Dachstuhl war eingebrochen Fenster und Shutter waren zerbrochen. Die Böden waren voller Ziegenscheiße aber es hatte was Einzigartiges, es hatte Charakter. Jeder normale Mensch hätte sich gesagt ein Haus in dem Zustand ohne Straße, ohne Strom ohne Wasser ohne Telefon, no way. Besonders ich der in Deutschland ein Teil eines 270 Jahre altem Haus besaß und dadurch auch die Tücken einer Alt-Bau-Sanierung kannte. Im inneren Zwist mit mir selbst wischte ich so dämliche Einwände ganz schnell beiseite. Einen Einwand den ich jedoch nicht so einfach beiseite schieben konnte, war die Tatsache, dass mir das Haus ja nicht gehörte. Also nichts wie den Besitzer suchen, natürlich niemand anders als die Nette alte Dame aus dem Mini-Bus, kinderspiel, eine alte Dame bezirzen, die noch dazu deutsch spricht. Das die Einheimischen sie als Hexe bezeichneten, tat ich als volkstümliche Naivität ab. So besuchte ich die Dame des öfteren sie war reizend. Nein Sie könne nicht unter einer Millionen verkaufen, aber sie bräuchte jemanden, der ihr am Donnerstag einkaufen hilft. Schwitzen, schleppen, fahren; der Lohn ist eine Tasse Buschtee (Aber man hat ja seine Ziele) Ich dürfe sie nach Kingston fahren sie müsse zum Anwalt. (Ich ahne einen Durchbruch ) Selbstverständlich, nichts mache ich lieber als ein alte zickige Dame nach Kingston zu fahren( Es dient ja dem höheren Zweck). So verging einige Zeit, es gelang mir sie zu überzeugen das sie bald kein Haus mehr haben würde, wenn nicht dringende Reparaturen gemacht wurden. So vereinbarten wir, dass sie mir einen langfristigen Pachtvertrag geben würde. Froh Gemuts machte ich mich an die Arbeit das Haus neu zu decken, den eingebrochenen Dachstuhl zu ersetzen und sonstige Reparaturen durchzuführen. Wir besuchten regelmäßig einen Anwalt der die Aufgabe hatte, einen Pachtvertrag auszuarbeiten. Es kam jedoch zu keinem Abschluss, denn jedesmal wenn wir dem Ziel etwas näher kamen, hatte die alte Dame wieder irgend einen Einwand und der Vertrag mußte wieder geändert werden. Langsam wurde mir die Sache zu bunt den schließlich steckte ich mein gutes Geld in Ihre Bruchbude. Zu der Zeit arbeitete noch ein Pole bei ihr mit dem sie sich verkracht hatte. Mich störte er nicht weil er die Pimento-Öl Fabrik führte die weit weg vom Haus gelegen war. Ich bekam, als ihr neuer ahnungsloser Handlanger, die ehrenvolle Aufgabe ihn hinaus zu befördern. Da sie sich bis dahin geweigert hatte irgend was schriftlich zu geben, witterte ich hier eine Gelegenheit. Ich sagte Ihr nichts täte ich lieber als unschuldige hartarbeitende Menschen rauszuschmeißen, dass ich jedoch etwas Schriftliches bräuchte, sonst würde er mir das wahrscheinlich nicht glauben. Sie schrieb mir also einen Brief an jenen Herrn in dem es hieß ich würde jetzt die Farm übernehmen und er soll sich verpissen. Ich zeigte dem Herrn den Brief behielt ihn aber. Eines Tages, als wir mal wieder eine anstrengende Schopping-tour, anschließend einen wiederum ergebnislosen Anwaltsbesuch hinter uns gebracht hatten, zog mich die Anwältin zur Seite und sagte mir, das die Dame gerade im Begriff wäre das Grundstück zu verkaufen. Jetzt wurde mir endlich klar warum sie eine Hexe genannt wurde. Völlig geschockt, befragte ich sie anschließend was das solle. Nach anfänglichen Leugnen gestand sie endlich, versicherte mir aber, dass der Käufer mich behalten wolle. Na Toll dachte ich mir. Ich fuhr also nach Kingston um mit dem potentiellen Käufer zu reden. Es stellte sich heraus das der Käufer der Architekt war der die Sandels Hotels baute. Er war sehr nett und wir vereinbarten eine gemeinsame Firma zu gründen die das Haus dann Betreiben sollte. Er hatte ihr tatsächlich eine Millionen US versprochen was zu der Zeit zehn Millionen JA $ war. Da das Grundbuch noch nicht fertig war, verzögerte sich die Eintragung um ein halbes Jahr. Da wir zu der Zeit in Jamaica noch eine galoppierende Inflation hatten und der Kurs von 1:10 auf 1: 20 hochschnellte mußte der Käufer, da er sein Geld in jamaican Dollars hatte passen. Die Dame ließ sich auch nicht herab den Preis zu senken. Wunderbar mittlerweile hatte ich schon 50 tausend US in das Haus versengt, und wußte immer noch nicht was los war. Sie war zu dem Punkt auch überhaupt nicht interessiert mir irgend einen Vertrag zu geben, denn ich hatte ihr Haus ja schon repariert. Schließlich fand sich dann doch ein Käufer ein Kanadier, der schon seit 20 Jahren hier sein Unwesen treibt. Dieser Herr war gar nicht so nett, er versuchte mich mit allen Mitteln rauszubekommen. Was ihm wohl auch gelungen wäre, hätte ich nicht jenen Brief behalten. Einmal kam er zum Haus als ich nicht da war, und schraubte einfach zwei Türen ab, ein anderesmal kam er mit einem befreundeteten Polizei Inspektor, um mich so einzuschüchtern. Oder er drohte mir an mitten in der Hauptsaison mir einen haufen Schläger (seine Verwandten) auf den Hals zu schicken. Als er merkte, dass mir das alles nicht wahnsinnig imponierte, fing er zu handeln an, 300 tausend US wollte er. Ich bot ihm 200 tausend die ich von meiner Familie und einem Freund als Kredit zugesagt bekommen hatte. Er versuchte dann zwar mit allen Mitteln mehr rauszuschlagen, mußte. aber, da ich stur blieb einwilligen. So wurde ich schließlich stolzer Besitzer von einem Great House und 40 Hektar Land. |
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